
Die deutliche Leistungssteigerung in der überbetrieblichen Ausbildung (+20.000 TN-U-Std. bzw. +6,6 %) sowie in der Meistervorbereitung und Fort- und Weiterbildung (+42.000 TN-U-Std. bzw. +11,8 %) unterstreicht die wachsende Marktrelevanz des BTZ. Sie stärkt die strategische Positionierung als führender Qualifizierungspartner des regionalen Handwerks und schafft eine belastbare Grundlage für weiteres Wachstum.
Mit den Projekten „Held:innen der Energiewende“, EXÜBAKLIMA und Energie Booster investiert das BTZ gezielt in Zukunftsfelder der Fachkräftesicherung und technologischen Transformation. Der Ausbau klimarelevanter Kompetenzen, die Weiterentwicklung digital gestützter Lernformate sowie die Modernisierung der Werkstattinfrastruktur erhöhen nachhaltig die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Bildungsangebots.
Damit eröffnet sich die strategische Chance, das BTZ als integriertes Kompetenzzentrum entlang der gesamten Bildungskette zu etablieren – von der frühzeitigen Berufsorientierung über die Ausbildung bis hin zur unternehmerischen Führungskräftequalifizierung – und die eigene Rolle im Transformationsprozess des Handwerks weiter auszubauen.
Die parallel laufenden Bau- und Modernisierungsmaßnahmen binden weiterhin erhebliche organisatorische Ressourcen und bergen operative Risiken für Planungssicherheit, Auslastungssteuerung und Effizienz im Lehrgangsbetrieb.
Die angespannte Dozentensituation entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Engpassfaktor. Vor dem Hintergrund steigender Teilnehmerzahlen und wachsender technologischer Spezialisierung besteht das Risiko, dass Wachstumspotenziale begrenzt und Qualitätsstandards unter Druck geraten.
Darüber hinaus erfordert die Verstetigung projektbasierter Innovationsstrukturen tragfähige Anschlussfinanzierungen. Ohne nachhaltige Geschäfts- und Refinanzierungsmodelle besteht die Gefahr, dass aufgebaute Kompetenzen und Netzwerke mittelfristig nicht im erforderlichen Umfang gesichert werden können.
Im Jahr 2025 wurden in der überbetrieblichen Ausbildung im Handwerk insgesamt 324.420 Teilnehmerunterrichtsstunden durchgeführt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von knapp 6,6 %. Diese positive Entwicklung ist unter anderem auf die gestiegene Zahl der Ausbildungsverträge in den Gewerken der Elektroniker und der Kraftfahrzeugmechatroniker zurückzuführen.
Die betriebsbegleitende Ausbildung ist als anerkannter dritter Lernort neben Ausbildungsbetrieb und Berufsschule ein unverzichtbarer Baustein für die Zukunftsfähigkeit des Handwerks. Ihr kommt weiterhin eine zentrale Bedeutung zu. Besonders positiv hervorzuheben ist die nach wie vor hohe Akzeptanz bei den Betrieben, die sich aus der Aktualität und Praxisrelevanz der Inhalte ergibt.
Die Weiterentwicklung der betriebsbegleitenden Ausbildung erfordert eine kontinuierliche Anpassung an sich wandelnde Arbeitsweisen, technologische Neuerungen und steigende Anforderungen. Ziel bleibt es, Qualität und Relevanz der Ausbildungsangebote konsequent auszubauen, um die Auszubildenden bestmöglich auf ihre zukünftigen beruflichen Herausforderungen vorzubereiten.
Das Handwerk steht vor anhaltenden technologischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Veränderungen. Digitalisierung, Nachhaltigkeitsanforderungen und steigende betriebswirtschaftliche Komplexität erfordern eine kontinuierliche Weiterentwicklung fachlicher und unternehmerischer Kompetenzen. Die berufliche Fort- und Weiterbildung ist damit ein zentraler Erfolgsfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung der Betriebe.
Der Fachbereich „Fort- und Weiterbildung & Meistervorbereitung“ verzeichnete im Jahr 2025 eine positive Leistungsentwicklung. In der Meistervorbereitung wurden 303.047 Teilnehmerunterrichtsstunden erbracht (+ 8,4 %), im Bereich Fort- und Weiterbildung 63.564 Teilnehmerunterrichtsstunden (+ 66,2 %). Insgesamt wurden 366.611 Teilnehmerunterrichtsstunden realisiert. Mit rund 2.000 aktiv betreuten Teilnehmenden im Jahresverlauf unterstreicht der Fachbereich seine zentrale Bedeutung für die Qualifizierung von Fach- und Führungskräften im regionalen Handwerk.
Neben der Meistervorbereitung bieten wir mit dem Studiengang „Geprüfter Betriebswirt (HwO)“ eine strategisch ausgerichtete Qualifikation für Führungskräfte im Handwerk an. Ergänzend stärkt die „Führungswerkstatt“ gezielt Leadership-, Personal- und Organisationskompetenzen.
Im Zuge der Novellierung der Meisterprüfungsverordnungen wurden zudem die Curricula in den Gewerken Metallbau, Feinwerkmechanik und Land- und Baumaschinenmechatronik überarbeitet und stärker an aktuellen technologischen sowie unternehmerischen Anforderungen ausgerichtet. Damit sichern wir die Praxisnähe und Zukunftsfähigkeit unserer Angebote nachhaltig. Auch im kommenden Jahr werden wir unsere Bildungsangebote konsequent weiterentwickeln und die Position des Bildungszentrums als leistungsstarken Partner des Handwerks weiter ausbauen.
Im Jahr 2025 wurde das Projekt „Held:innen der Energiewende“ (HeldinEN) operativ umgesetzt und deutlich ausgeweitet. Der Schwerpunkt lag auf der praktischen Berufsorientierung sowie dem Aufbau von Strukturen zur Fachkräftesicherung in klimarelevanten Handwerksberufen.
Im Bereich Berufsorientierung wurden mobile und stationäre Angebote an Grundschulen sowie Schulen der Sekundarstufe I durchgeführt. Insgesamt nahmen über 500 Schülerinnen und Schüler teil. Die Formate waren handlungsorientiert aufgebaut und zielten darauf ab, handwerkliche Tätigkeiten realistisch darzustellen. Schulen griffen die Angebote mehrfach auf, weitere Anfragen – auch aus gymnasialen Schulformen – gingen ein.
Parallel dazu wurde die Sichtbarkeit des Projekts systematisch erhöht. Eine Projektwebseite ging online, Social-Media-Kanäle wurden aufgebaut und kontinuierlich bespielt. HeldinEN wurde zunehmend von Kooperationspartnern aufgegriffen und eigenständig kommuniziert.
Inhaltlich wurden 2025 zentrale Grundlagen für die Fachkräftesicherung gelegt. In Zusammenarbeit mit beruflichen Schulen wurde ein Konzept für eine niedrigschwellige Qualifizierung entwickelt, das sich an Jugendliche mit Unterstützungsbedarf beim Übergang in Ausbildung richtet. Die Erprobung ist für 2026 vorgesehen. Zusätzlich wurde ein Technologiescreening zu klimarelevanten Handwerkstechnologien gestartet, um künftige Bildungsangebote fachlich fundiert weiterzuentwickeln.
HeldinEN hat sich 2025 von einem Entwicklungsprojekt zu einem einsatzfähigen Angebot entwickelt. Die aufgebauten Strukturen, erreichten Zielgruppen und laufenden Folgeplanungen bilden die Grundlage für eine Weiterführung über die Projektlaufzeit hinaus.
Mit dem Projektstart von EXÜBAKLIMA im Jahr 2025 wurde am BTZ Osnabrück die Weiterentwicklung der bereits etablierten überbetrieblichen Ausbildung im SHK-Gewerk systematisch aufgenommen. Als Verbundpartner des Elektro Technologie Zentrums Stuttgart arbeitet das BTZ daran, digitale und didaktische Strukturen weiterzuentwickeln, die Auszubildende und Ausbilder in ihren Arbeitsprozessen unterstützen und den Anschluss an technologische Entwicklungen sichern.
Ein zentrales Element des Projekts ist die digitale Ausbildungsplattform elkonet, die bislang auf die Elektrotechnik ausgerichtet war und im Rahmen von EXÜBAKLIMA schrittweise auf das SHK-Handwerk erweitert wird. In diesem Zuge werden Benutzeroberfläche und Lernbegleitung weiterentwickelt, um die Plattform nutzerfreundlicher, mobil einsetzbar und passgenau auf die Lehr-Lern-Prozesse der überbetrieblichen Ausbildung auszurichten. Das BTZ Osnabrück verantwortet dabei die Erweiterung des SHK-Lernangebots durch die Integration und didaktische Aufbereitung entsprechender Lehrgangsinhalte, sodass digitale und praktische Lernsituationen enger miteinander verzahnt werden.
Parallel dazu wurde am Standort Osnabrück mit dem Ausbau und der Neuausrichtung werkstattbezogener Lernumgebungen begonnen. So entsteht unter anderem eine spezialisierte Werkstatt für erneuerbare Energien, die als realitätsnahe Übungsumgebung für den Lehrgang IH7 dient. Der Lehrgang, der organisatorisch und inhaltlich im Projekt EXÜBAKLIMA begleitet wird, soll ab 2026 durchgeführt werden und bereitet Auszubildende praxisnah auf die Anforderungen moderner Heiz- und Klimatechnik vor.
EXÜBAKLIMA setzt damit gezielt an bestehenden Stärken der überbetrieblichen Ausbildung am BTZ an und führt diese strukturiert weiter. Die Kombination aus digitalen Lernangeboten und angepassten Werkstattumgebungen schafft die Grundlage für eine kontinuierliche fachliche und didaktische Weiterentwicklung der ÜBA.
Im Jahr 2025 wurde das Projekt Energie Booster am BTZ Osnabrück in die praktische Erprobung überführt. Das Projekt Energie Booster ist im Interreg-Programm verortet und wird in Kooperation mit deutschen und niederländischen Partnern umgesetzt. Ziel des Projekts ist es, Fachhandwerkerinnen und Fachhandwerker bei der Einordnung neuer Technologien und Konzepte im Bereich der Gebäudeenergietechnik zu unterstützen und praxisnahe Weiterbildungsangebote bereitzustellen.
Ein Schwerpunkt lag auf der Durchführung erster Pilotdurchläufe modularer Lernangebote. In diesen wurden die Themenfelder Grüner Wasserstoff, Kraft-Wärme-Kopplung sowie Kundenberatung behandelt. Die Module dienten dazu, technische Grundlagen zu vermitteln, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und den Transfer in die betriebliche Praxis vorzubereiten. Die Pilotdurchläufe lieferten wichtige Rückmeldungen zur inhaltlichen Struktur, zum didaktischen Aufbau und zur Anschlussfähigkeit der Themen für das Fachhandwerk.
Ergänzend dazu wurden im Projekt verschiedene Beratungsseminare umgesetzt. Diese folgten einem dialogorientierten Format, bei dem Fachvorträge bewusst kurz gehalten und durch offene Fragerunden ergänzt wurden. Externe Expertinnen und Experten beantworteten konkrete Fragestellungen aus der Praxis und stellten neue Technologien, Lösungsansätze und Beratungsstrategien vor. Ziel war es, Orientierung zu geben und den Teilnehmenden eine fundierte Grundlage für Gespräche mit Kundinnen und Kunden zu vermitteln. In diesem Format erprobte das Projektteam auch den Einsatz von neuen Tools für Online-Meetings, die eine effektivere und nutzerfreundlichere Verwaltung der Seminare erlauben.
Ein weiterer Meilenstein im Projektjahr 2025 war die Fachtagung Energie Booster in Münster, die gemeinsam mit Partnern durchgeführt wurde. Die Veranstaltung bot eine Plattform für den fachlichen Austausch zu innovativer Gebäudeenergietechnik und brachte Akteure aus Handwerk, Wissenschaft sowie weitere relevante Stakeholder (u. a. Versorger, Kommunen) zusammen. Die Fachtagung diente zugleich dazu, Projektthemen öffentlich sichtbar zu machen und Impulse für die Weiterentwicklung der Lern- und Beratungsangebote aufzunehmen.
Das Projekt Energie Booster setzte 2025 damit einen klaren Schwerpunkt auf Erprobung, Austausch und praxisnahe Wissensvermittlung. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung der Lernmodule und Beratungsformate in den kommenden Projektphasen.
Die Maßnahmen „Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE)“ und die Ausbildung für Menschen mit Förderbedarf (ReHa) konnten im Jahr 2025 mit gleichbleibend geringer Teilnehmendenzahl weitergeführt werden. Die Quote der bestanden Gesellenprüfung der Teilnehmenden lag bei 83 %. Knapp 50 % der Teilnehmenden mündeten unmittelbar im Anschluss in Beschäftigungsverhältnisse.
Ende des Jahres 2025 durchlief das BTZ die Überwachungsaudits nach AZAV und nach ISO 9001-2015.
Nach wie vor gibt es einen hohen Bedarf für die Ausbildung und Prüfung von Schweißern. Im Jahr 2025 wurden im Kammerbezirk 1328 Schweißer-Prüfungen nach DIN EN ISO 9606 durch die Prüfstelle der Schweißtechnischen Lehranstalt abgenommen. Das sind ca. 22 % mehr als im vergangenen Jahr. Die Zahl der Teilnehmerunterrichtsstunden im Schweißen am BTZ Osnabrück ist trotz gestiegener Teilnehmerzahl um 15 % gefallen. Das lässt sich dadurch erklären, dass die Lehrgangsdauer in der Erwachsenenbildung Schweißen individuell anhängig ist von der Handfertigkeit des Schweißers und den angestrebten Schweißerprüfungen. Zudem haben weniger Teilnehmer den relativ zeitintensiven Lehrgang zum Schweißfachmann absolviert.
Der Lehrgang zum Internationalen Schweißfachmann wurde im Jahr 2025 in Osnabrück mit 13 Teilnehmenden durchgeführt, von denen 12 Personen den Lehrgang erfolgreich abgeschlossen haben. Am Erfahrungsaustausch für Schweißaufsichtspersonen haben 2025 45 Personen teilgenommen.