Betriebs­beratung und Struktur­förderung

Bereich

Zukunfts­technologien für das Handwerk – Künstliche Intelligenz, Robotik und Exoskelette

Handwerk trifft Wissenschaft unter diesem Schwerpunkt­thema in Osnabrück.

„Wirtschaftliche Optimierungsprozesse sind ohne den Einsatz von künstlicher Intelligenz, Robotik und speziell dem Einsatz von Exoskeletten im Handwerk nicht denkbar“, begrüßt Andreas Nünemann, Präsident der Handwerkskammer in Osnabrück als Gastgeber, die Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulen und Handwerkskammern anlässlich ihres Herbsttreffens in den Räumlichkeiten der Handwerkskammer.

Unter Leitung der Hauptgeschäftsführerin der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen (LHN), Dr. Hildegard Sander, und des Staatssekretärs im niedersächsischen Wissenschaftsministerium, Prof. Joachim Schachtner, trifft sich der landesweite Arbeitskreis Handwerk und Hochschule jeweils halbjährlich zum Austausch zu aktuellen Entwicklungen und Zukunftsperspektiven für innovative Technologien und ihren Anwendungsmöglichkeiten:

• Lukas Fischer vom Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (HPI) aus Hannover präsentiert im Arbeitskreis konkrete Strategien zur KI-Anwendung im Betrieb. Dabei steht die effiziente Ressourcenplanung und die Prozessoptimierung am Beispiel eines Betriebes aus dem Bereich Feinmechanik im Mittelpunkt. Wichtig ist gerade für Handwerksbetriebe die schnelle Realisierbarkeit und vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräfteengpasses die Produktivitätssteigerung.

• Moritz-André Weiher vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Osnabrück gibt Einblicke in das KI-Reallabor für den Mittelstand (CRAI), welches KI-Systeme entwickelt, die neue Anwendungsmöglichkeiten für den Mittelstand eröffnen und übertragbar auch auf andere Betriebe aus den verschiedenen Branchen sind.

• Silke Thiem, ebenfalls vom HPI, beleuchtet die – vor allem im handwerklichen Tätigkeitsspektrum – sehr wichtige Mensch-Technik-Interaktion. Sie zeigt auf, wie Forschung und Handwerk gemeinsam Technologien anwendungsreif machen, indem sie die notwendigen Interaktionen didaktisch in Arbeits- und Lernprozesse übersetzen. Am Beispiel eines lernenden Roboters für Schleiftechnik für das Handwerk (LEROSH) und optimierter Exoskelette zur Reduzierung körperlicher Belastungen (ReHoPe –) werden Mensch-Technik-Interaktionen als ein wachsendes Lernfeld sichtbar.

• Projektleiter René Nauber des Projektes ROBOCRAFT bei der Handwerkskammer in Osnabrück unterstützt Handwerksbetriebe bereits bei der konkreten Einführung moderner Technologien wie Robotik, Cobots und Exoskelette. „Mit dem Projekt wird Hightech ins Handwerk gebracht – praxisnah, verständlich und direkt erlebbar. Die Resonanz zeigt: Die Betriebe sind bereit für den nächsten Schritt“.

• Schließlich gibt Prof. Dr. Shiney Franz von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst HAWK in Göttingen Einblicke in das EU-geförderte Projekt MSD-CARE, das sich mit dem Einsatz passiver Exoskelette zur Prävention muskuloskelettaler Erkrankungen beschäftigt. Sie werden aktuell eingesetzt, um Arbeitsbedingungen in der Pflege deutlich zu verbessern, allerdings sollen auch hier die Transferpotenziale in andere Branchen geprüft werden.

Fazit: Die sehr intensive Diskussion und der Austausch machen deutlich, wie wichtig der unmittelbare Austausch von Forschungs- und Anwendungsseite gerade aus dem klein betrieblichen Sektor ist. So können gegenseitige Entwicklungsprozesse vorangetrieben werden. Dabei sind die breiten Anwendungsmöglichkeiten im Handwerk in der Wissenschaft einerseits nicht immer präsent und in den Handwerksbetrieben andererseits vielfach noch nicht hinreichend bekannt.Handwerk und Wissenschaft können Zukunft gemeinsam gestalten – praxisnah, innovativ und nachhaltig, sind sich Sander und Schachtner einig. Der Dialog zwischen Handwerksorganisation und Hochschulen zu Digitalisierung und Künstliche Intelligenz ist weiter zu intensivieren und der gegenseitige Transfer von der Wissenschaft in die Praxis und umgekehrt auszubauen. Die Anforderungen und Bedarfe von Mittelstand und Handwerk sind dabei verstärkt in den Fokus zu nehmen.HintergrundDer Arbeitskreis „Hochschule und Handwerk“ trifft sich zweimal im Jahr und macht sich neben dem fachlichen Austausch auch ein Bild vor Ort, abwechselnd in einer niedersächsischen Hochschule und in einer Handwerkskammer. Der Arbeitskreis besteht bereits seit über 20 Jahren aus Hochschul- und Handwerkskammervertreter*innen und gilt als ein wesentliches Bindeglied im Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis.

Zwei Betriebe für Nachhaltig­keit ausge­zeichnet

Handwerks­kammer übergibt Urkunden an Bad Iburger Unternehmen Wäscherei Meyer sowie Bau­unternehmen Heinr. Möllering.

Gleich zwei Iburger Betriebe, die konsequent das Thema Nachhaltigkeit in ihren Prozessen und Produktionsbedingungen umgesetzt haben, wurden jetzt von der Handwerkskammer ausgezeichnet. „Hierbei handelt es sich um ein äußerst effektives Dokument beispielsweise bei der Vergabe von Fördermitteln oder Krediten“, erklärt Kammer-Hauptgeschäftsführer Sven Ruschhaupt. Die Finanzinstitute vergeben bevorzugt Mittel für Investitionen an Unternehmen, die nachweislich ein solches Zertifikat vorlegen können. „Daher freuen wir uns sehr über diese Auszeichnung, erleichtert es doch wesentlich die Planung und Umsetzung verschiedenster Vorhaben“, stellt Christian Möllering fest, Geschäftsführer der Heinr. Möllering Comp. Bauunternehmen GmbH & Co. KG.

Der Betrieb arbeitet bei der Modernisierung von Gebäuden unter strengen Maßgaben von Klimaschutz und Ressourceneffizienz. So werden innovative Bau- und Dämmstoffe ebenso verwendet wie Öko-Zement, treibhausgasfreie Druckgase und -schäume. Auch der Materialverbrauch wird unter Umweltschutzaspekten maßgeblich gesteuert. „Gerade bezüglich der Dämmung von Bestandsimmobilien hat das Bauunternehmen Möllring umfassende Komplettlösungen in seinem Portfolio und überprüft exakt den Einsatz umweltfreundlicher Materialien“, so Ruschhaupt in seiner Laudatio.

Die Wäscherei Meyer GmbH & Co. KG treibt den Ausbau ihrer PV-Anlagen konsequent voran und investiert erheblich bei der Produktion eigenen Stroms. „Wir werden die Module von 134 KWp auf 234 KWp erweitern und die selbst erzeugte Energie für die Einspeisung in die betriebseigene Trafostation zum Betrieb der energieintensiven Maschinen sowie der umfangreichen Beleuchtung nutzen“, erläutert Geschäftsführer Carsten Boers. Zudem wird Regenwasser konsequent gesammelt und für den Betrieb verwendet. Auch wird der Einsatz von Öko-zertifizierten Kleidungsstücken ausgebaut. Ruschhaupt: „Nicht zuletzt führte auch die intensive Zusammenarbeit mit diversen Integrationsträgern wie der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück zu dieser Auszeichnung“.

Das Kennzeichnungsverfahren als nachhaltiger Betrieb wird über die „Niedersächsische Allianz für Nachhaltigkeit“ in Kooperation mit der Landesvereinigung der Handwerkskammern in Niedersachsen durchgeführt. Das nds. Handwerk möchte im Rahmen dieser Zertifizierungs-Initiative Betriebe auf eine Nachhaltigkeitsberichterstattung im Sinne des Deutschen Nachhaltigkeitskodexes (DNK) vorbereiten. Damit sollen möglichst viele Handwerksbetriebe sensibilisiert und mobilisiert werden, ihre Nachhaltigkeitsanstrengungen zu intensivieren.

Fachkräfte­tag Region Osnabrück 2025

Betriebe können selbst viel für Fachkräfte­sicherung tun.

Unter dem Motto „Voneinander und miteinander lernen“ fand jetzt der Fachkräftetag im Coppenrath Innovation Center (CIC) in Osnabrück statt. Rund 150 Teilnehmer – darunter Geschäftsführer, Personalverantwortliche und Unterstützer – nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Herausforderungen bei der Fachkräftegewinnung und -bindung auszutauschen und praxisnahe Lösungsansätze kennenzulernen.

„Wie wichtig es ist, gute Anreize für die Gewinnung von Fachkräften zu setzen, zeigt schon der Veranstaltungsort, das Coppenrath Innovation Center“, betonte Prof. Dr. Felix Osterheider in seiner Begrüßung. So habe das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), der erste Ankermieter des CIC, ganz bewusst diesen Standort im modernsten Ambiente und in Bahnhofsnähe ausgewählt. Denn nur so gelinge es, eher metropolenorientierte Fachkräfte im Bereich der Künstlichen Intelligenz für Osnabrück zu begeistern. Das gelte auch für die regionalen Unternehmen, die letztlich selbst alle Potenziale zur Fachkräftesicherung ausschöpfen müssen.

Wie Fachkräftegewinnung und -bindung im betrieblichen Alltag funktionieren kann, zeigten die von Christina Relius moderierten Praxisberichte aus den regionalen Betrieben. So schilderte etwa Sarah Schwekendiek von der Wäscherei Schwider GmbH in Dissen, wie ihr Unternehmen etwa durch Optimierung von Arbeitsprozessen, Verbesserung der Unternehmenskultur und durch Weiterentwicklung der Mitarbeiter die eigene Arbeitgeberattraktivität verbessern konnte. Sie nutzte dabei das 2023 von der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim gestartete Coaching-Programm „Arbeitgeberattraktivität im Handwerk“, an dem über 90 Betriebe teilgenommen haben.

Lennard Böhne vom Osnabrücker Modehaus L&T stellte das Qualitätssiegel „IHK-Top-Ausbildungsbetrieb“ vor, mit dem das Unternehmen 2021 und 2024 ausgezeichnet wurde. „Für unser Modehaus ist die betriebliche Ausbildung eines der zentralen und bedeutendsten Instrumente zur Gewinnung von Fachkräften. Daher ist uns eine hohe Ausbildungsqualität sehr wichtig. Dies dokumentiert das IHK-Siegel, das zugleich Ansporn für uns ist, die Ausbildung kontinuierlich weiterzuentwickeln“, erklärte er.

Wie internationale Fachkräfte erfolgreich angeworben werden können, machte Alexander Schröder vom Klinkerwerk B. Feldhaus GmbH & Co. KG aus Bad Laer deutlich. Zwei neue Auszubildende aus China berichteten persönlich von ihrem Start in der Region. „Ohne die Unterstützung der WIGOS wäre dieser Schritt für uns deutlich schwieriger gewesen“, so Schröder. Auch Sebastian Winter von der Klinikum Osnabrück GmbH betonte, welche Bedeutung eine strukturierte Begleitung neuer Mitarbeiter aus dem Ausland hat. Hier habe das Welcome & Connect Center Osnabrück entscheidend geholfen, etwa bei der Wohnungssuche oder bei kulturellen Angeboten.

Alexander Pohle von der InnovaITec GmbH stellte mit der Agentur für Arbeit ein Umschulungsprojekt im IT-Service vor: Hier werden Beschäftigte finanziell gefördert, die sich bereits im Arbeitsleben befinden, aber noch keinen Berufsabschluss erworben haben. „Wir haben erlebt, dass geförderte Umschulungen ein enormes Potenzial für die Fachkräftesicherung bieten“, berichtet Pohle. Der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit bietet Arbeitgebern und Mitarbeitern dazu Beratung an.

Pia Barth vom Transformationshub Osnabrück (T-Hub) unterstützt die KMUs insbesondere bei den Fragen „Wo fange ich an? An wen kann ich mich wenden?“ Der T-Hub sensibilisiert für Transformationsthemen und ermittelt Bedarfe, entwickelt Lösungen und ermöglicht den Austausch mit relevanten Wirtschaftsakteuren.

Im Impulsvortrag von Ann-Christin Rinker von der Beratungsagentur Rinker & Rinker ging es unter dem Titel „Wissen geht, wenn Babyboomer gehen“. Sie gab praxisnahe Tipps für den Wissenstransfer in mittelständischen Betrieben. „Unser Ziel ist es, Wissen so zu sichern, dass es nicht mit dem Ausscheiden erfahrener Mitarbeiter verloren geht, sondern für kommende Generationen nutzbar bleibt“, so Rinker.

Neben den Impulsen aus der Praxis spielte auch technologische Innovation eine wichtige Rolle. Mit dem Projekt „RoboCraft – Robotik und Exoskelette im Handwerk“ präsentierte die Handwerkskammer modernste Robotik Lösungen. Die Gäste konnten Exoskelette direkt vor Ort ausprobieren und sich über konkrete Einsatzmöglichkeiten im Handwerk informieren.Zum Abschluss lud der Markt der Möglichkeiten dazu ein, mit regionalen Partnern ins Gespräch zu kommen, Beratungsangebote kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Das Format „Fachkräftetag Region Osnabrück“ soll 2026 fortgeführt werden.

Handwerks­kammer Dortmund übernimmt Projekt­konzept aus Osnabrück

Programm „Attraktiver Arbeitsplatz“ findet auch anderenorts Anklang. Nächste Projektrunde im Osnabrücker Kammerbezirk gestartet.

Nicht nur bei den Betrieben in der Region Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim stößt das Programm „Attraktiver Arbeitsplatz“ auf große Resonanz. Das Konzept zur Stärkung der Arbeitgebermarke im Handwerk hat deutschlandweit Aufmerksamkeit erregt und soll auch von anderen Kammern umgesetzt werden. Den Auftakt machte nun die Handwerkskammer Dortmund, die zwei Projektmitarbeiterinnen aus Osnabrück zum Start ihres Coachingprogramms eingeladen hatte.

Den Betrieben in Dortmund wird dasselbe Drei-Schritte-Programm angeboten, das sich bereits bewährt hat: In einem circa sechsmonatigen Prozess werden Strategien erarbeitet, Wissen vermittelt und Potenziale analysiert. „Im Mittelpunkt steht die Attraktivität des Betriebs als Arbeitgeber. Wir arbeiten daran, dass Unternehmen von bestehenden Mitarbeitern und neuen Bewerbern positiver wahrgenommen werden“, erklärt Annika Hörnschemeyer, Fachbereichsleiterin Betriebsberatung der Osnabrücker Handwerkskammer.

Dass das von ihr geleitete Projekt nun auch in anderen Kammern nahezu deckungsgleich umgesetzt werde, bestätigt sie in der Ausrichtung des Projekts. „Wir bemerken bei unserer Arbeit in der Betriebsberatung, wie entscheidend die Personalakquise geworden ist. Hier setzen wir mit unserem Angebot an, indem wir Betriebe auf dem Arbeitsmarkt attraktiver machen“, so Hörnschemeyer. Stützpfeiler dieser Arbeit sind etwa der Aufbau einer Arbeitgebermarke, die Verbesserung von interner Kommunikation und Organisation sowie die perspektivische Personalentwicklung.

Während dieses Programm in Dortmund und bald auch in anderen deutschen Handwerkskammern erstmalig angeboten wird, ist der nächste Durchgang für den Kammerbezirk Osnabrück schon in Planung. Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung erhalten Sie auf der Website und auf Nachfrage beim Projektteam.

Hier finden Sie die Projektwebsite.

Können schafft Zuversicht!

Handwerk im Kammerbezirk Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim ist tragende Säule der regionalen Wirtschaft.

Mit über 11.500 Betrieben und mehr als 100.000 Beschäftigten trägt das Handwerk entscheidend zur Wertschöpfung, Ausbildung und Beschäftigung in der Region bei. Die Vielfalt der Gewerke, die flächendeckende Präsenz und die Verankerung vor Ort machen das Handwerk unverzichtbar für die Stabilität der regionalen Wirtschaftsstruktur.

Darüber hinaus leistet das Handwerk einen zentralen Beitrag bei wichtigen Zukunftsaufgaben wie der Energiewende, der Modernisierung der Infrastruktur und der Fachkräftesicherung.Gleichzeitig sieht sich das Handwerk mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert:

• Der zunehmende Fachkräftemangel gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit vieler Betriebe.
• Die digitale Transformation erfordert neue Prozesse und Geschäftsmodelle.
• Die Umsetzung der Energiewende verlangt nach Investitionen und Innovation.
• Eine sich abzeichnende gesamtwirtschaftliche Abschwächung erschwert die Planbarkeit für Betriebe.

Gerade jetzt ist es wichtig, die Rahmenbedingungen für das Handwerk aktiv zu gestalten – verlässlich, zukunftsorientiert und regional verankert.

„Das Handwerk bleibt ein stabilisierender Faktor in herausfordernden Zeiten. Doch damit das so bleibt, braucht es wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen!“ – Andreas Nünemann, Präsident der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim.

Die Vollversammlung der Handwerkskammer hat ihre zentralen Anliegen und Erwartungen in einem Positionspapier zusammengefasst: Regionalpolitische Positionen 2025 bis 2028 – Jetzt als PDF einsehen!

Große Resonanz bei Förder­kulissen-Abend Handwerks­­betriebe informieren sich über vielfältige Unter­stützungs­möglich­keiten.

Auf großes Interesse stieß die Informationsveranstaltung „Förderkulissen-Abend fürs Handwerk“, zu der die Kreishandwerkerschaft Osnabrück in das „Haus der Innungen“ eingeladen hatte. Zahlreiche Gäste aus unterschiedlichen Innungsbetrieben und Gewerken nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über aktuelle Förderprogramme und Unterstützungsmöglichkeiten für das Handwerk zu informieren.

Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Thorsten Coch, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Osnabrück. In seinen einleitenden Worten betonte Coch, dass die Veranstaltung aus einer Idee des neuen Vorstandes hervorgegangen sei – und dass das große Interesse eindrucksvoll zeige, wie wichtig und relevant das Thema Förderung für viele Handwerksbetriebe sei. Der Abend stand ganz im Zeichen der Transparenz in der oft als unübersichtlich empfundenen „Förderkulissen-Landschaft“. Fachkundige Referentinnen und Referenten vermittelten in kompakten Impuls-Vorträgen praxisnahe Informationen rund um finanzielle und strukturelle Unterstützungsangebote für Handwerksbetriebe.

Folgende Expertinnen und Experten gestalteten den Abend mit ihren Beiträgen:

• Eva Wehner von der Agentur für Arbeit (Arbeitgeberservice für Bramsche, Merzen, Voltlage, Neuenkirchen b. Bramsche, Arbeits- und Ausbildungsvermittlung),
• Thomas Serries von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land (WIGOS),
• Alexander Strangmann und Frank Bohl von der Wirtschaftsförderung Osnabrück (WFO),
• Peter Beckmann von der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim.

Die inhaltliche Bandbreite war groß: Von Investitions- und Innovationsförderung über Themen der Energie- und Ressourceneffizienz bis hin zur Personalförderung durch Qualifizierungsmaßnahmen und Eingliederungszuschüsse. Auch Beratungs- und Coachingangebote der Handwerkskammer – insbesondere zur Arbeitgeberattraktivität und Betriebsgesundheit – wurden anschaulich vorgestellt und anhand von Best-Practice-Beispielen erläutert.

Im Anschluss an die Vorträge nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, sich an vorbereiteten Infoständen in persönlichen Gesprächen mit den Fachleuten auszutauschen und individuelle Fragen zu klären. Bei einem kleinen Imbiss klang der Abend in entspannter Atmosphäre aus.

„Wir danken allen Referentinnen und Referenten herzlich für ihre engagierten Beiträge und die praxisnahe Aufbereitung der Inhalte“, so Thorsten Coch zum Abschluss. Aufgrund der positiven Resonanz sei bereits geplant, weitere Veranstaltungen rund um Fördermöglichkeiten für das Handwerk folgen zu lassen.

Neue Technologien bieten Chancen für das Handwerk

Zukunfts­regionen Ems-Vechte und Osnabrück starten Beratungs­angebot „RoboCraft“.

Mit dem neuen Beratungsangebot „RoboCraft“ will die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim kleine und mittlere Handwerksbetriebe mit den Chancen und Möglichkeiten von Robotik und Exoskeletten im Joballtag vertraut machen. Niedersachsens Regionalentwicklungsministerin Wiebke Osigus überreichte dazu am zwei Förderbescheide in Höhe von insgesamt 128.099,33 Euro an Handwerkskammervizepräsident Kai Schaupmann. Die Förderung stammt aus den regionalen Budgets der Zukunftsregionen Ems-Vechte und StadtLandZukunft Osnabrück. Ihr gemeinsames Engagement ermöglicht es Handwerksbetrieben im gesamten Kammerbezirk, die Potenziale, Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Technologie für das eigene Unternehmen kennenzulernen und zu analysieren.

„Was noch vor wenigen Jahren wie Science-Fiction klang, kann heute den Arbeitsalltag von Handwerkerinnen und Handwerkern deutlich erleichtern. Mit ‘RoboCraft‘ leisten die Zukunftsregionen Ems-Vechte und Osnabrück einen wichtigen Beitrag, die Technologie über Land zu tragen – zum Vorteil der Betriebe und der gesamten Region. Hier zeigt sich, dass wir mit den Zukunftsregionen ein erfolgreiches Instrument aktiver Regionalentwicklung geschaffen haben: Flexibel und mit viel Spielraum für die jeweiligen Herausforderungen, Chancen und Bedingungen vor Ort“, sagte Regionalentwicklungsministerin Osigus.

„Mit ‘RoboCraft‘ geht die Handwerkskammer einen entscheidenden Schritt nach vorne. Dieses Projekt vereint Handwerk und Hightech, Tradition und Innovation. Es zeigt, dass Digitalisierung keine Bedrohung, sondern eine Chance ist. Eine Chance, um Arbeitsplätze zu sichern, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern und gleichzeitig die Attraktivität unserer Region zu stärken“, sagte Handwerkskammervizepräsident Schaupmann.

Hintergrund
Mit dem Programm „Zukunftsregionen in Niedersachsen“ ermöglicht das Niedersächsische Regionalentwicklungsministerium die Zusammenarbeit von Landkreisen und kreisfreien Städten. Die 14 Zukunftsregionen erhalten hierfür regionale Budgets für kreisübergreifende Projekte und werden zusätzlich bei der Umsetzung mit dem Betrieb eines Regionalmanagements unterstützt. Regionale Herausforderungen können so gemeinsam angegangen werden. Für diesen wichtigen Baustein seiner aktiven Regionalpolitik werden bis zum 31.12.2028 rund 96 Millionen Euro aus europäischen Fördermitteln (EFRE/ESF+) eingesetzt.

Führungs­werkstatt gestartet

Leitende Angestellte lernen Grundlagen erfolgreicher Mitarbeiter­führung.

„Wer Menschen führen will, muss hinter ihnen gehen.“ Mit diesem Zitat des chinesischen Philosophen Laozi begrüßte Francesco Latorre, Fachbereichsleiter Fort- und Weiterbildung & Meistervorbereitung, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Mit zwölf leitenden Mitarbeitenden aus Handwerksbetrieben der Umgebung ist die Führungswerkstatt im Bildungszentrum der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim im neunten Durchgang voll ausgebucht. „Wir wollen zeigen, dass Führung nicht nur bedeutet, den Weg vorzugeben. Wichtiger ist es, den Menschen zu vertrauen und sie zu stärken. Genau darum geht es in der Führungswerkstatt“, so Latorre.

In insgesamt acht Sitzungen werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darauf vorbereitet, verantwortungsvolle Aufgaben in ihren Unternehmen zu übernehmen. Darunter fallen essenzielle Themen wie Mitarbeiterführung, Kommunikationstechniken und Konfliktmanagement. Vermittelt wird dies vom Konflikt- und Leadership-Coach Christof Hahn, den das BTZ für die Gestaltung der Lernmodule engagiert hat. Über das Frühjahr 2025 soll er die angehenden Führungskräfte darin bestärken, ihre Kompetenzen im mittleren Management von Handwerksbetrieben auszubauen und zu festigen. Zum Abschlusstreffen im Juni präsentieren sie eine Projektarbeit.

Diese Kenntnisse kommen letztlich nicht nur den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zugute, sondern sollen auch die Betriebe der Region stärken.

„Wir binden die Unternehmen von Anfang an mit ein und informieren sie über den Lernprozess seiner Angestellten“, erklärt Latorre. Nicht nur nehmen Inhaber an der Auftakt- und Abschlussveranstaltung teil, Betriebsberater der Handwerkskammer besuchen die Betriebe auch während der Kurslaufzeit und tragen die Inhalte weiter. „Viele Unternehmen haben Probleme, Beschäftigte zu finden und zu halten. Gut ausgebildete Führungskräfte helfen dabei, das Klima im Betrieb zu verbessen und das Miteinander zu stärken“, so Latorre abschließend.

Das nächste Führungskräfte-Training startet Anfang September 202